
Design, Code & KI: Wer jetzt nicht mitdenkt, wird ersetzt
Auslöser: Claude Code & der neue Vibe
Seit dem Release von Claude Opus 4.5 sprechen viele von einer neuen Entwicklungsphase: Vibe Coding. Was das heisst? Ein Prompt genügt – und Claude generiert Code, UI-Vorschläge, Interaktionen und Datenstrukturen für ganze Apps. Und es funktioniert. Erste Developer:innen nutzen Claude produktiv. Die neue Rolle ist: Architekt + Prompt-Schreiber + Review-Instanz.
Das heisst auch: Wir Designer:innen sind nicht mehr die einzigen, die über User Flows, Interface-Logik oder Branding nachdenken. Die KI denkt mit. Oder zumindest: Sie imitiert es verdammt gut.
„Designer:innen werden profitieren“ – stimmt das?
✅ Was für die Aussage spricht:
- Differenzierung über Qualität: Wenn Code & Standarddesign kommoditisiert werden, steigt der Wert von Markenführung, UX-Konzeption und narrativer Gestaltung.
- Tools als Multiplikator: KI nimmt repetitive Aufgaben ab – das schafft Raum für iteratives, strategisches Arbeiten.
- Neue Rollenverteilung: In crossfunktionalen Teams werden „Builders“ gebraucht – mit Systemdenken und Userverständnis. Genau dort sitzt Design.
❌ Was dagegen spricht:
- KI trifft auch Design: Claude & Co. können heute schon Logos, Layouts, Landingpages, Illustrationen – nicht perfekt, aber „gut genug“ für viele Use Cases.
- Druck auf Mittelmass: Wer nur visualisiert, aber nicht systemisch denkt, wird austauschbar.
- Abhängigkeit von Plattformen: Wer Tools nutzt, ohne sie zu verstehen, läuft Gefahr, selbst zur Extension zu werden.
Was Designer:innen jetzt wirklich können müssen
- Strategisches Denken
UX-Research, Informationsarchitektur, Designsysteme. Wer gestalten will, muss verstehen, wie Produkte funktionieren – nicht nur wie sie aussehen. - Prompt Literacy & Tool-Stack
Wer KI orchestrieren will, muss verstehen, wie sie denkt – nicht nur was sie liefert. Prompt Engineering, Midjourney, Claude, Framer AI, Make etc. sind keine Add-ons, sondern Grundausstattung. - No-Code verstehen
Designer:innen, die Webflow, Framer, Make oder Softr nutzen, sind näher an der Wertschöpfung als jene, die nur Figma klicken. - Kollaborativ arbeiten
Nicht nebeneinander – sondern miteinander: mit Developer:innen, PMs, Data Teams. Design ist Vermittler zwischen Menschen, Tech und Vision.
Wo der Wandel gefährlich wird
- Produktionsrollen verschwinden
Viele klassische Design-Jobs (Junior, Social Assets, Landingpages) werden schrumpfen oder sich zu KI-Operate-Rollen wandeln. - Geschwindigkeit erzeugt Druck
Wer heute mit Midjourney in 30 Sekunden 20 Varianten liefern kann, muss auch erklären, welche sinnvoll sind – und warum. - Visuelle Homogenität droht
Wenn alle mit ähnlichen Modellen arbeiten, braucht es wieder echten Geschmack – oder zumindest den Mut, dagegen zu steuern.
Fazit: Design ist nicht tot – aber neu
Wird Design verschwinden? Nein. Wird es sich verändern? Radikal.
Designer:innen, die gestalten UND denken können, werden profitieren. Diejenigen, die Prozesse führen, statt nur Entwürfe zu liefern. Diejenigen, die Systeme aufbauen, statt einzelne Screens. Diejenigen, die KI nicht als Konkurrenz, sondern als Werkzeug sehen.
Was wir jetzt brauchen, ist keine Panik. Sondern ein neues Selbstverständnis.
Wer wir sind
Greg.design ist ein kreatives Studio, das mit einem Netzwerk von kreativen Fachleuten zusammenarbeitet, um Lösungen für Schweizer Startups und KMUs zu bieten.
Wir unterstützen bei zukunftssicheren Rebrandings, bewältigen kreative Herausforderungen und fördern die Entwicklung digitaler Produkte – von der Strategie bis zu modularen Styleguides.
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